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Die TOP 10-Sehenswürdigkeiten in Chile 2017

 

Kaum ein Land ist so vielfältig wie Chile. Der Norden ist gekennzeichnet von kargen Wüstenlandschaften von bizarrer Schönheit, im Zentrum des Landes finden sich üppige Landstriche und belebte Städte und im Süden liegen traumhafte Seen- und Vulkanlandschaften. Dank der unterschiedlichen Klimazonen kommt hier jeder Urlauber auf seine Kosten: Chile – das bisher vom Massentourismus verschont geblieben ist – ist ein Paradies für Naturfreunde, Wanderer und Bergsteiger, für Sonnenanbeter und Wintersportler. Begleiten Sie uns in unserer Top 10 vom Norden bis hinunter in den Süden des facettenreichen Landes, das jeden in seinen Bann zieht!

Der Norden – karge Wüsten, fruchtbare Täler und sternenklarer Himmel

1. Iquique

Aufgrund des kalten Humboldtstroms an der Pazifikküste ist Chile nicht gerade ein typisches Ziel für Strandurlauber – es sei denn, man stört sich nicht an den niedrigen Temperaturen des kühlen Nass. Einheimische sind da eher hartgesotten und man sieht sogar einige von ihnen im Winter ein Bad im Pazifik nehmen. Dabei ist das Schwimmen dort auch aufgrund der Strömungen nicht ungefährlich. Dennoch können Urlauber auch in Chile Strandurlaub genießen – zum Beispiel in Iquique, der nördlichsten Küstenstadt Chiles. Hierher zieht es auch einheimische Urlauber; drei große Sandstrände locken Sonnenanbeter an. Die Wassertemperaturen liegen bei etwa 18 Grad, was in der warmen Badesaison (von Oktober bis April) für eine erfrischende Abkühlung sorgt. Es regnet in der Region übrigens so gut wie nie. Die Umgebung besteht größtenteils aus Wüste und ist aufgrund der günstigen thermischen Bedingungen und der eindrucksvollen Aussicht ein Paradies für Paraglider.

2. Die Atacamawüste

Die Oase San Pedro de Atacama ist ein geeigneter Ausgangspunkt für eine Erkundung der Atacamawüste. Der kleine Ort mit seinen charakteristischen Lehmhütten lockt mit einem archäologischem Museum und einer Kirche, die zu den ältesten Chiles gehört und deren Dach aus Kaktusstämmen gebaut wurde. Verschiedene Veranstalter bieten Touren in die Umgebung an. Die Atacamawüste gehört zu den trockensten Regionen der Welt, das Klima ist jedoch eher kühl. Vegetation findet sich hier kaum. Gerade die wüste Kargheit und die bizarren Formationen der Landschaft bieten jedoch einen atemberaubenden Anblick.

Ganz besonders ist ein abendlicher Ausflug ins Valle de la Luna, das Tal des Mondes, zu empfehlen. Hier erleben Sie nach einem wunderschönen Sonnenuntergang, der die bergige Landschaft in die schönsten Farben taucht, einen Panoramablick im Mondschein, den Sie so schnell nicht wieder vergessen werden. Auch der Anblick der Sterne ist hier unvergleichlich – wer sich dafür interessiert, sollte unbedingt eines der Observatorien besuchen. Etwas Besonderes ist auch ein Aufstieg auf den Vulkan El Tatio mit seinen Geysiren oder ein Besuch des nahe gelegenen Salzsees Salar de Atacama, wo zahlreiche Chileflamingos heimisch sind.

3. Valle de Elqui

Im fruchtbaren Valle de Elqui am südlichsten Teil der Atacamawüste, nicht weit von La Serena gelegen, bietet sich ein völlig anderes Landschaftsbild. Hier gedeihen, umgeben von kahlen Wüstenbergen, Trauben, die zum berühmten Pisco – dem chilenischen Nationalschnaps – gebrannt werden. Besucher können die Destillerien im Tal besuchen, von denen besonders die kleineren, urtümlicheren, sehenswert sind. Die kleinen Häuser aus Lehmziegeln schmiegen sich, umgeben von Papaya- und Kakteenfeldern, an die Hänge.
Schon in früher Zeit wurde die Gegend von Menschen nutzbar gemacht und durch Bewässerungskanäle in ein fruchtbares Gebiet verwandelt. Keramikarbeiten aus vorchristlicher Zeit kann man auch heute noch im Gabriela-Mistral-Museum in Montegrande besichtigen.
Nicht weit entfernt liegt das Valle de Cochiguaz. In diesem Tal haben sich viele Yogis, Esoteriker, Astrologen und UFO-Fans niedergelassen – nirgendwo sonst wurde von so vielen Sichtungen fliegender Untertassen berichtet. Wer einfach nur ausspannen möchte, der kann sich in einer der vielen Unterkünfte mit Wellnessangeboten verwöhnen lassen.

Zentralchile – lebendige Städte, schneebedeckte Gipfel und weiße Strände

4. Valparaíso

Valparaíso, die schönste Hafenstadt Chiles ganz im Zentrum des Landes, begeisterte und inspirierte mit ihrem besonderen Flair seit jeher Musiker und Schriftsteller. Sie wurde vielfach besungen und ist der Schauplatz einiger literarischer Werke. Valparaíso gilt als die kulturelle Hauptstadt des Landes und liegt an einer offenen Bucht. Der Hafen bietet mit seinen vielen bunten Booten einen herrlichen Anblick. Von dort aus können Sie eine Fahrt buchen – in einer Gruppe ist dies wesentlich günstiger – und den Anblick auf die Hänge der Stadt mit ihren farbenfrohen Häusern genießen. Durch den angenehmen Seewind herrschen in Valparaíso durchgehend angenehme, gemäßigte Temperaturen.

Die berühmten Aufzüge, die bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut wurden, bewältigen immense Steigungen – die Strecken sind allerdings recht kurz. Der historische Kern der Stadt mit ihrem einzigartigen Charme wurde 2003 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Wer sich hier aufhält, kann die ehemalige Wohnstätte eines der berühmtesten Söhne des Landes, Pablo Neruda, besuchen, dessen Leben mit der vielseitigen Geschichte der Stadt eng verknüpft ist. Auch die Nachbarstadt Viña del Mar mit ihrem schönen Strand ist einen Besuch wert.

5. El Colorado

Ski- und Snowboardfahrer zieht es nach El Colorado. Es liegt nicht weit von der Hauptstadt Santiago entfernt und gehört zu den schönsten Skigebieten der Anden. Den Besuchern wird hier ein großes Angebot an Pisten, Unterkünften und Vergnügungsmöglichkeiten geboten. Über 40 Quadratkilometer Terrain stehen zur Verfügung, auf denen sich ganze 70 Pisten befinden. Verschiedene Lifte sind selbstverständlich in großer Zahl vorhanden. Auch Kurse werden angeboten. Das große Angebot lässt die Herzen sowohl von Ski-Neulingen als auch von Profis höher schlagen. Mit einer durchschnittlichen Schneehöhe von fünf Metern ist das auf über 3.000 Metern Höhe gelegene Gebiet ein idealer Ort für alle Wintersportler und bietet Schneegarantie. Auch viele Einheimische kommen nach El Colorado. Die hervorragenden Bedingungen und die traumhafte Kulisse mit Blick auf Bergseen und Vulkankrater überzeugen jeden, der einmal hier war. Der Ort selbst bietet mit seinen typisch chilenischen Häusern ebenfalls einen Anblick, der begeistert.

6. Santiago de Chile

In der Hauptstadt Chiles, kurz Santiago genannt, pulsiert das Leben. Die Region, zu der es gehört, besitzt den größten Bevölkerungsanteil. Rund 40 Prozent aller Chilenen leben in der Hauptstadt und ihrem Umkreis. Wirtschaft und Kultur florieren hier gleichermaßen, zahlreiche Universitäten, Museen und beeindruckenden Baudenkmäler bieten Besuchern die größtmögliche Vielfalt an Erkundungsmöglichkeiten.

Das Museo Chileo de Arte Precolombino beispielsweise beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen von Kunstgegenständen aus Süd- und Mittelamerika aus der Zeit vor den europäischen Entdeckern. Wer sich für Geschichte und Kultur des Landes interessiert, ist hier bestens aufgehoben. Aber auch was das Freizeitangebot und die Gastronomie betrifft, bleiben in Santiago keine Wünsche offen. Auf keinen Fall sollten Sie sich einen Besuch des Cerro San Cristóbal entgehen lassen. Der Hügel im Stadteil Bellavisto überragt das Stadtbild und ist mit einer Seilbahn sowie mit der Standseilbahn erreichbar. Auf dem Gipfel thront die berühmte Statue der Jungfrau Maria. Von dort aus bietet sich ein wunderbarer Ausblick auf die Stadt.

Entspannen können Sie nach Ihrer Besichtigungstour in einem der drei idyllischen Parks oder in einem der nahe gelegenen Weingüter. Übrigens ist die Lage Santiagos insofern einzigartig, als Sie von hier aus das nächste Skigebiet genauso schnell erreichen wie die nächste Wüste.

Der Süden – weite Seenlandschaften, Vulkane und Gletscher

7. Lago Llanquihue

Der zweitgrößte See Chiles, der Lago Llanquihue, erstreckt sich über eine Fläche von über 870 Quadratkilometer. Umrundet wird er von einer 187 Kilometer langen Straße. Hier wandeln Sie auf den Spuren deutscher Einwanderer, die sich bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts hier niedergelassen haben. Auch heute noch ist das Gebiet deutsch geprägt.
Der See, der in einer wunderschönen Kulisse mit Blick auf die Vulkane Osorno und Calbuco liegt, ist aufgrund seines großen Fischreichtums ein Geheimtipp für Angler. Auch Lachse werden hier erfolgreich gezüchtet.
Am Südufer liegt die Stadt Puerto Varas. Von dort aus gelangen Sie mit dem Bus zum nahe gelegenen Lago Todos los Santos, der ebenfalls zum südlichen chilenischen Seengebiet gehört. In dieser wunderbaren Seenlandschaft können Sie nach Herzenslust wandern, Rad fahren, oder sich zu Touren im Boot oder Kajak aufmachen. Auch Bergsteiger kommen bei einer Besteigung des Vulkans Osorno auf ihre Kosten. Gute Ausrüstung und sachkundige Führung sind hier allerdings unabdingbar.

8. Chiloé

Die Insel Chiloé ist die zweitgrößte Insel des Landes. Sie gehört zur Région de los Lagos und bildet gemeinsam mit mehreren kleineren Inseln die gleichnamige Provinz. Chiloé besitzt eine Fläche von gut 9.300 Quadratkilometern. Sie ist berühmt für die typischen Holz-Stabkirchen, die im 18. und 19. Jahrhundert erbaut wurden und von denen mehrere als Weltkulturerbe anerkannt wurden. Wer sich für Architektur und Geschichte dieser besonderen Bauwerke interessiert, dem sei ein Besuch der Kirche San Francisco de Ancud ans Herz gelegt. Die in hier ansässige Stiftung betreibt eine Holzwerkstatt sowie ein Stabkirchenmuseum.

Wenn Sie sich schon einmal in Ancud befinden, sollten Sie auf jeden Fall auch dem Hafen einen Besuch abstatten. Auf kleinen Booten werden hier große Mengen an Seetang abgeladen, die von Tauchern im Meer geerntet werden. Auch Krebse werden von kleinen Kuttern herbeigefahren. Sie gelten in Chile als ganz besondere Delikatesse und fehlen auf keiner Speisekarte. Die Inselhauptstadt Castro ist ebenfalls einen Besuch wert. Ein absoluter Geheimtipp ist der Kunsthandwerkermarkt an der Küste, der vor allem von Einheimischen besucht wird. Hier können sie landestypische Erzeugnisse wie Kleidung aus Schaf- und Alpacawolle erstehen.

9. Torres del Paine

In den wilden und nahezu unbesiedelten Weiten Patagoniens liegt der Torres del Paine. Der Nationalpark grenzt im Norden an Argentinien und besitzt eine Fläche von über 2.400 Quadratkilometern. Sie können hier problemlos zwei Wochen lang wandern, ohne die gleiche Strecke zu gehen. Das Wahrzeichen des Parks, dem er seinen Namen verdankt, sind drei hoch aufragende Granifelsen.
Das Biosphärenreservat der UNESCO ist mit seiner abwechslungsreichen Landschaft ein Traumziel für Naturfreunde. Von den verschlungenen Fjorden der Gletscher- und Bergregionen über unwirtliche Tundra und türkisfarbene Seen bis hin zu dichten Wäldern aus Zypressen-, Lenga- und Olvillobäumen reicht die Palette der atemberaubenden Landschaft. Viele Tierarten, die für diese Region Chiles typisch sind, haben hier ihr Zuhause. Mit etwas Glück können Sie Darwin-Nandus, Guanakos – eine wildlebende Lamaart – und zahlreiche Vogelarten wie den Andenkondor bewundern. Wanderer freuen sich über die vielen Rundwege, Campingplätze und Hütten – sogar schicke Residenzen stehen zur Verfügung –, und auch Bergsteiger sind hier gut aufgehoben.

10. Sendero de Chile

Als letzten Punkt in dieser Top 10 wollen wir Ihnen noch ein besonderes Projekt ans Herz legen, das keiner Region Chiles zuzuordnen ist: Der Sendero de Chile ist ein Wanderpfad, der von der nördlichsten Grenze des Landes bis zur Südspitze Südamerikas reicht. Er ist über 8.500 Kilometer lang und wurde von der Regierung in Auftrag gegeben, um die vielen Rundwanderwege der Nationalparks – von diesen gibt es in Chile immerhin ganze 32 – miteinander zu verbinden. Der Naturschutz soll unterstützt und der Tourismus in ländlichen Gegenden Chiles gefördert werden.

Wohin immer es Sie in Chile auch zieht, gehen Sie doch einmal ein Stück des längsten Wanderwegs Südamerikas entlang – ob in den kargen Wüstenregionen des Nordens, dem belebten Zentralchile oder den eisigen Gegenden Patagoniens.

Die TOP 10-Sehenswürdigkeiten in Chile 2017
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