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Die TOP 10-Sehenswürdigkeiten auf Kreta 2017

 

Die griechische Insel Kreta lockt mit ihrer Gastfreundschaft, dem tollen Essen und der sehenswerten Landschaft jedes Jahr zahlreiche Besucher aus aller Welt an. Die Mischung aus bezaubernden, ursprünglichen Dörfern und modernen, quirligen Städten ist hier besonders interessant. Während der Westen und Osten Kretas weniger touristisch und überlaufen ist, ballen sich im Zentrum der Insel die Hotels und Touristenattraktionen. Wirklich lohnenswerte Sehenswürdigkeiten halten jedoch alle Regionen der Geburtsinsel des Zeus bereit. Benjamin teilt beim Kreta Reiseguru seine Erfahrungen mit der südgriechischen Insel und möchte in diesem Beitrag die sehenswertesten Orte einmal näher vorstellen.

1. Knossos

Zweifelsohne gehört die Ausgrabungsstätte um den Palast von Knossos zu den Top-Sehenswürdigkeiten auf Kreta. Die Stadt Knossos war in der minoischen Zeit die Hauptstadt der Insel. Die minoischen Könige lebten hier an der Nordküste in einer prunkvollen Palastanlage nur wenige Kilometer südöstlich der heutigen Inselhauptstadt Iraklio. Die Überreste des Palastes gehören zu den bedeutendsten Baudenkmälern der Frühgeschichte und sind von großer Bedeutung für die Archäologie. Forscher stellten fest, dass hier bereits lange vor der Antike Griechenlands eine hoch entwickelte Zivilisation existierte. Der Palast von Knossos wurde etwa zwischen 2100 und 1800 v. Chr. erbaut und bis 1370 v. Chr. genutzt.

Eine Besichtigung der Palastanlage ist vor allem am Vormittag angenehm, da die Hitze bei Sonnenhöchststand doch sehr anstrengend werden kann. Eine ausführliche Besichtigung dauert mehrere Stunden, angebotene Führungen etwa 90 Minuten.

2. Samaria-Schlucht

Die Samaria-Schlucht ist eine einmalige Sehenswürdigkeit und lockt Wanderer aus der ganzen Welt an. Die Wanderung findet durch aufragende Felsen rund 16 bis 17 Kilometer entlang zum Meer statt. Damit ist die Samaria-Schlucht eine der längsten Schluchten in Europa und in jedem Fall ein sehenswerter, touristischer Höhepunkt auf der südgriechischen Insel. Der Weg an den Hängen entlang, an all den Pinien, Platanen und Zypressen vorbei, ist vor allem für Naturliebhaber ein besonderes Erlebnis. Besucher finden hier seltene Pflanzen vor und die Schlucht gilt als letzter natürlicher Rückzugsort der Kretischen Wildziege.

Die Schlucht ist nicht nur für erfahrene Bergwanderer ein überwältigendes Erlebnis, auch Gelegenheitswanderer werden hier auf ihre Kosten kommen. Jedoch ist festes Schuhwerk Grundvoraussetzung. Eine Besichtigung ist in der Regel von Mai bis Oktober möglich.

3. Spinalonga

Der Name Spinalonga stammt aus der venezianischen Zeit und ist noch heute der gebräuchliche Titel für die griechische Insel. Das unbewohnte Eiland liegt wenige Kilometer vor dem Ort Elounda (beziehungsweise direkt vor dem Dorf Plaka) im Osten von Kreta und heißt offiziell Kalydon. Die Geschichte Spinalongas geht bis in die Antike zurück. Bereits zu dieser Zeit diente die befestigte Insel dem Schutz des damaligen Hafens von Olous. Im 16. Jahrhundert wurde hier von den Venezianern eine Festung errichtet, welche die Osmanen im 18. Jahrhundert einnahmen. Heute ist die Insel vor allem wegen ihrer Leprakolonie bekannt, die Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet wurde. Spinalonga gilt als älteste Leprakolonie Europas, bis 1957 wurde die „Leprainsel“ als Auffangstation für Leprakranke genutzt, um diese von der restlichen Inselbevölkerung zu trennen.

Ausflüge mit dem Schiff finden täglich von Plaka, Elounda und Agios Nikolaos aus statt. Die Insel kann dann zu Fuß persönlich erkundet werden. Trotz der vielen Besucher lohnt sich der Spaziergang über die ehemalige „Leprainsel“.

4. Festos

Festos (auch Phaestos oder Phaistos) ist eine minoische Siedlung im Süden Kretas. Nahe der Südküste gelegen ist der Palast von Festos die zweitgrößte minoische Palastanlage der Insel. Etwa um 1900 v. Chr. erbaut, finden Besucher hier keine restaurierten Ruinen vor, haben aber einen ganz besonderen Blick auf das Panorama der Messara-Ebene sowie des Ida-Gebirges. Nördlich des Hofes sind die am besten erhaltenen Bereiche des Palastes zu finden, darunter auch die ehemaligen Privatgemächer und Empfangsräume. Wenige Meter weiter wurde der Diskos von Festos gefunden, eine aus Ton bestehende Scheibe mit verschiedenen Motiven, welche als ältestes mit beweglichen Lettern hergestelltes Druckwerk der Welt gilt.

Auch wenn der Palast von Festos nicht aufwändig restauriert wurde, ist er einen Besuch wert. In der Palaststadt wurden nur wenige Fresken gefunden. Der Panoramablick ist in Festos jedoch ein besonderes Highlight.

5. Matala

Unweit der Fundstätte von Festos entfernt liegt das Dorf Matala. Mit einer Einwohnerzahl im zweistelligen Bereich hat die kleine Siedlung jedoch eine nennenswerte Geschichte vorzuweisen. Aus dem porösen Gestein der Felsen wurde bereits in der Jungsteinzeit Wohnraum geschaffen. Die zahlreichen in Sandstein gegrabenen Wohnhöhlen sind nicht nur ein toller Fotospot auf der griechischen Insel, sondern laden auch zum Besichtigen ein. In den 1960er und 1970er Jahren nutzten Hippies die Höhlen als Wohnraum und gründeten dort eine Kommune. Die bekanntesten darunter sind Bob Dylan, Cat Stevens und Joni Mitchell. Die eindrucksvolle Felsformation bietet auch beim Baden am angrenzenden Sandstrand ein wunderbares Panorama.

Die Besichtigung der Höhlen ist heute nur noch gegen ein kleines Entgelt möglich, die nahe Umgebung ist eingezäunt. Jedes Jahr findet hier das Matala Beach Festival statt, auf dem vor allem griechische Bands zu sehen sind.

(c) Hexateam Giatrakos

6. Kloster Arkadi

Als Symbol für den Freiheitswillen der kretischen Bevölkerung zählt das Kloster Arkadi zu den wichtigsten Bauwerken der griechischen Insel. Am 8. November 1866 griffen die Osmanen das Gebäude mit einem rund 15.000 Mann starken Heer an. Im Kloster befanden sich 964 Menschen, wovon nur etwa ein Drittel kampftauglich war. Um den türkischen Truppen nicht in die Hände zu fallen, begangen einer Überlieferung nach am Folgetag alle gemeinsam Selbstmord. Dazu wurde das Pulvermagazin durch den Abt entzündet. Inwiefern diese Überlieferung zutreffend ist, ist umstritten. Als Widerstandssymbol hat sich das Kloster Arkadi trotzdem bis heute etabliert.

Am 8. November, Kretas Nationalfeiertag, werden außerdem feierliche Messen im Kloster Arkadi abgehalten. Beim Klosterbesuch sollte immer auf sittsame Kleidung geachtet werden, das heißt möglichst wenig Haut zeigen und zumindest die Schultern bedecken.

7. Venezianischer Hafen Chania

Die Stadt Chania ist die zweitgrößte auf Kreta und war von 1841 bis 1971 die Hauptstadt der Mittelmeerinsel. Die Geschichte der Stadt geht bis ins Jahr 3400 v. Chr. zurück, als die Siedlung noch Kudonija genannt wurde. Sie zählt damit zu den kontinuierlich am längsten besiedelten Städten Europas. Als Kydonia (auch Kydonien) schrieb der damalige Stadtstaat auch in der Antike Geschichte. Im Archäologischen Museum von Chania sind die Funde aus dieser Zeit noch heute zu bewundern. Später wurde die Stadt durch die Römer und Venezianer besetzt. Um 1320 begann der Bau des venezianischen Hafens von Chania („Limani“ auf griechisch für Hafen). Über 450 Jahre herrschten die Besetzer von hier aus über die Insel. Der Hafen ist noch heute ein Besuchermagnet und bietet Urlaubern ein fantastisches Panorama von den Cafés und Tavernen aus. Als die Stadt 1645 durch die türkischen Eroberer eingenommen wurde, änderte sich der Einfluss auf die Geschichte erneut. Die damals erbaute Hassan-Pascha-Moschee (auch bekannt als Janitscharen-Moschee) gehört noch immer zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der westkretischen Stadt. Heute finden Kunstausstellungen ihren Platz in dem ehemaligen Gotteshaus.

Neben dem venezianischen Hafen mit Leuchtturm („Faros“ auf griechisch für Leuchtturm) und der Moschee im Hafenbereich bietet Chania Reisenden viele weitere Sehenswürdigkeiten. Die Sabbionara-Bastion am Jacht- und Fischereihafen stammt mit ihren Arsenalen aus dem 15. bis 17. Jahrhundert. Die venezianische Festung Fort Firkas bot einst dem damaligen Oberbefehlshaber einen Sitz und war später ein Gefängnis. Die beiden Strände Nea Chora und Koum Kapi liegen unweit wenige Minuten zu Fuß vom Zentrum der romantischen Altstadt Chanias entfernt.

8. Fortezza von Rethymno

Die imposante Festungsruine befindet sich direkt am Meer mitten in der Stadt Rethymno und stammt aus der Zeit der venezianischen Herrschaft. Sie gehört zu den Wahrzeichen der Stadt, welches im 16. Jahrhundert errichtet wurde. Die Mauern der Fortezza thronen über den Dächern von Rethymno und sind von der Strandpromenade ebenso sichtbar wie aus vielen Regionen der Altstadt. Rethymno gehört neben Chania sicherlich zu den schönsten Städten auf Kreta. Neben venezianischen Rückständen lassen sich dort auch türkische Hinterlassenschaften finden. All die engen Gassen mit den Holzerkern aus der osmanischen Besatzungszeit laden Besucher zum Schlendern und Verweilen ein.
Mitten im Zentrum von Rethymno befindet sich ein feiner Sandstrand, der sich kilometerweit zieht. Bei einer Stadtbesichtigung im Sommer ist das eine willkommene Abkühlung. Im Hafenbereich finden Urlauber idyllische Tavernen und Cafés vor. Das romantische Flair ist hier ähnlich wie in Chania überall gegeben und auch ein stilvolles Nachtleben ist in Rethymno vorhanden.

9. Preveli und Vai

Kreta-Reisende, die sich für Natur und schöne Strände begeistern können, sollten den Palmenstrand von Preveli und von Vai gesehen haben. Der Strand von Preveli liegt im Bezirk Rethymno an der Südküste von Kreta. Mit dem Auto ist der Palmenhain nicht unmittelbar zu erreichen, lediglich der Nachbarstrand ist direkt anzufahren. Besucher haben die Möglichkeit, vom nahegelegenen Strand über einen Pfad hinüberzusteigen oder auf einem Parkplatz oberhalb den Abstieg zu starten. Der Weg ist anstrengend, aber lohnt sich auf jeden Fall – schon wegen des tollen Ausblicks. Der Strand von Vai liegt im Bezirk Lasithi an der Ostküste von Kreta und ist der größte Palmenhain auf der Mittelmeerinsel. Auch wenn viele Palmen heute eingezäunt sind, lohnt sich der Ausflug zu dem abgelegenen Naturwunder.

Verirrten sich früher lediglich Rucksacktouristen und Hippies zu den Stränden, sind diese heute gut besucht und zählen zu den großen Sehenswürdigkeiten auf Kreta. Vor allem, wenn die Tagesausflügler abends weg sind, bietet das Palmen- und Meeresrauschen echtes Südsee-Gefühl.

10. Voulismeni-See

Nicht zu den klassischen Sehenswürdigkeiten gehört der Voulismeni-See, jedoch ist dieser eines der beliebtesten Postkartenmotive und etliche Reiseveranstalter werben mit diesem Fotomotiv. Der Voulismeni-See in Agios Nikolaos ist rund 65 Meter tief, was bei seinem geringen Durchmesser doch beachtlich ist. Bereits Göttin Athene soll in diesem See gebadet haben und zum orthodoxen Osterfest ist der Ort ein beliebtes Ausflugsziel.

Entlang der Promenade gibt es im gesamten Hafenbereich von Agios Nikolaos zahlreiche Tavernen und Cafés. Die Insel Kreta bietet hier zwar eine touristische, aber trotzdem sehenswerte Umgebung. Auch ein entsprechendes Nachtleben ist rund um den Hafen vorhanden.

Wer „reif für die Insel“ ist, wird auf Kreta auch ohne längere Flugzeit und entsprechend höhere Kosten auf ein ganz besonderes Urlaubsziel treffen. Gerade durch die besondere Gastfreundschaft der Griechen lohnt sich eine Reise für Familien mit Kindern immer, aber auch Individualreisende werden auf der Mittelmeerinsel die besten Voraussetzungen für einen gelungenen Urlaub vorfinden. Neben all den touristischen Strandregionen rund um die beiden Flughäfen in Iraklio und Chania halten die ursprünglichen Bergdörfer im Landesinneren unglaublich viele imposante Eindrücke bereit. Neben den frühchristlichen Wohnhöhlen, minoischen Palästen und türkischen Minaretten besitzt die griechische Insel viele kleine Naturwunder. Ist Kreta in den Sommermonaten auf den ersten Blick eher karg, zeigen sich im Frühjahr auch für Naturliebhaber eindrucksvolle Seiten – wenn die Lefka Ori („Weißen Berge“) mit ihren hohen Gipfeln über die Insel ragen und Duft von Wildkräutern ständig in der Luft liegt. Diese Insel zwischen Afrika und Europa hat darüber hinaus noch viel mehr zu bieten, im Reiseführer vom Kreta Reiseguru finden Interessierte mehr Informationen und hilfreiche Tipps für den nächsten Urlaub in Griechenland. Weitere empfehlenswerte Sehenswürdigkeiten auf Kreta sind auch die beiden Strände Elafonisi und Falasarna sowie das ehemalige Dorf Lappa mit dem nahegelegenen Kournas-See. Wer in dieser Region unterwegs ist, sollte auch in Georgioupoli vorbeischauen. In diesem beschaulichen Ort ist nicht nur die kleine Kirche mitten auf dem Meer sehenswert, sondern auch ein Ausflug mit einem kleinen Boot lohnt sich.

Die TOP 10-Sehenswürdigkeiten auf Kreta 2017
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