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Die TOP 10-Sehenswürdigkeiten in Madrid 2017

 

Die Hauptstadt Madrid ist neben der Metropole Barcelona das Herzstück des spanischen Königreichs. Um diese Stadt zu entdecken, benötigt man mehr als nur eine Urlaubsreise. Hier begann in der 1980ern die spanische „Movida“, eine hedonistische Bewegung, bei der Feiern und Auschweifen im Vordergrund stand. Wir präsentieren die 10 sehenswertesten Orte und einige wichtige Informationen und Insidertipps.

1. Tapas

Eine Tapa bezeichnet im ursprünglichen Sinne einen kleinen Deckel, der auf ein Bierglas gelegt wird, damit die im warmen Spanien zahlreich vorhandenen Fliegen nicht in der Cerveza ertrinken und so den Genuss trüben. Irgendwann begannen die Spanier, als Deckel kleine Brotscheiben zu nehmen, die sie mit allerlei Leckereien belegten. So waren die Tapas geboren, die noch immer zahlreich zu Bier serviert, teilweise aber auch als komplettes Menü verspeist werden. Die wohl touristischste und zu Stoßzeiten überladenste Tapasbar in Madrid nennt sich „El Tigre“ und liegt in Chueca. Dort reicht man zu jeder Runde Bier unter anderem heiße Kroketten mit Schinkenwürfeln oder eben die allseits beliebten Canapés mit Chorizowurst oder Schinken.

2. Lavapiés

Obwohl jeder Stadtteil Madrids seine eigenen Charakteristika besitzt, sticht vor allem Lavapiés heraus. Hier wohnen urspanische Großmütter neben kioskbetreibenden Asiaten („Chinos“) oder Indern, die in ihr Restaurant einladen. Lavapiés ist multi-kulti und links, quasi das Berlin-Kreuzberg Madrids. Von der nördlichen Plaza, die dem berühmten spanischen Dichter Tirso de Molina gewidmet ist, bis zum südlichen Innenstadtring erstreckt sich Lavapiés. Dort kann man seine Cañas oder Dobles (kleines und großes Bier) in der Bar „La Grandola“ genießen, in der den großen Kommunisten und Sozialisten der Geschichte gehuldigt wird: Die Wände sind gespickt mit Bildern von Mao, Marx und Stalin.

3. Valle de los Caídos

Die Meinungen und die Lager spalten sich, wenn in Spanien über das etwa 60 Kilometer nordwestlich von Madrid gelegene Valle de los Caídos (Tal der Gefallenen) diskutiert wird. Einst von Franco für die im Bürgerkrieg gefallenen Nationalisten erbaut, kann man sich trotz der franquistischen Geschichte des Monuments nicht der erhabenen Aura entziehen, die es ausstrahlt. Im Sinne der friedlichen Koexistenz von Nationalisten und Republikanern soll das Tal der Gefallenen heute gleichsam Gedenkstätte für die republikanischen Opfer des Bruderkriegs sein. Trotz dieses salomonischen Urteils ist das Monument und die Kirche, in der Franco selbst beerdigt ist, noch immer nicht nur Touristenmagnet, sondern auch Anlaufpunkt für den faschistischen Nachwuchs des ganzen Landes.

4. El Rastro

Rastro heißt auf deutsch nichts weiter als Flohmarkt und genauso bezeichnet sich Madrids größter, populärster und lohnenswertester Markt. Neben gebrauchten Gegenständen wird hier auch viel Neuware verkauft und die Besucher trinken ihr erstes Bier am Sonntag. Dies bestenfalls vor 11 Uhr, denn der Markt füllt sich schnell und das Durchkommen kann sich schwer gestalten. Taschendiebe sind hier genauso exzessiv am Werke wie in der Metro-Linie 8 von Flughafen in die Innenstadt. Vorsicht sei an der Tagesordnung. Selbst ausgefuchste Großstädter sind hier schon von dreisten Dieben um ihr Hab und Gut erleichtert worden.

5. Parque del Buen Retiro

Die grüne Lunge der geschäftigen Millionenmetropole Madrid nennt sich el Parque del Buen Retiro (Park der guten Erholung) oder einfach kurz: el Retiro. Hohe Bäume spenden willkommenen Schatten, wenn die spanische Sonne wieder einmal allzu gnadenlos scheint und breite Straßen laden zum Spazieren oder Radfahren ein. Sie sind übrigens fast allesamt nach den ehemaligen lateinamerikanischen Kolonien benannt. Am künstlichen Weiher mit seinem imposanten Steinmonument treffen sich an Sommernachmittagen allerhand Trommler und sonstige Musikbegeisterte. Parkliebhabern, die es lieber klein und gemütlich mögen, sei im Übrigen der Campo del Moro (Maurenfeld) ans Herz gelegt. Hier sind die Pfade verschlungen und halb domestizierte Pfauen laufen über das Areal.

6. Gran Vía

Gran Vía, dies sei jedem Nicht-Hispanisten gesagt, bedeutet nichts anderes als „Große Straße“. Sie zieht sich von der Plaza de Espana mit dem Cervantes und Don-Quijote-Denkmal im Westen bis zum Kybelebrunnen im Osten, der einer griechisch-römischen Göttin geweiht ist, die über die Feierlichkeiten von Real Madrid wacht, wenn diese wieder mal Meisterschaft oder Pokal gewonnen haben. Beiderseits der Straße ziehen sich prachtvolle Patrizierhäuser mit reichlich Stuck und Prunk dahin. Darüber hinaus fehlen auch die großen Modeketten nicht, die hier einen glänzenden Umsatz verbuchen können.

7. Stierkampfarena Las Ventas

An der spanischen Variante des Stierkampfs, der Corrida, scheiden sich die Geister. Man liebt ihn oder man hasst ihn. Imposant ist allemal der Blick den man von den Rängen der Arena Las Ventas im Madrider Osten genießt. Auf der Bühne jedoch werden die toten Stiere vorgeführt, indem Pferde sie einmal um die Manege schleifen, bevor sie abends als Delikatesse auf den Tellern der gut betuchten landen. So ist es nicht verwunderlich, dass es zu einer lebendigen Diskussion gekommen ist, ob der Stierkampf nicht abzuschaffen sei. In Las Ventas geht das Spektakel vorerst weiter. Jährlicher Höhepunkt des Spektakels ist die Fiesta de San Isidro in der Semana Santa (heilige Osterwoche).

8. Real Madrid und Atlético Madrid

Während hierzulande unsere Hauptstadt aktuell keinen Club in der ersten Bundesliga mehr vorweisen kann, zählt Madrid gleich zwei Vereine in der Primera División. Der weitaus bekanntere und im europäischen Vergleich sehr erfolgreiche Club ist Real Madrid, auch „die Königlichen“ genannt. Sie spielen im Estadio Santiago Bernabeu im Norden der Stadt. Südlich des Altstadtkerns ist das Estadio Vicente Calderón gelegen, Heimstatt von Atlético Madrid. Obwohl sie im direkten Vergleich mit Real meist den kürzeren ziehen, dürfen sie sich derzeit Europa-League-Sieger 2011/2012 nennen. Egal ob Real oder Atlético gerade am Zug ist, wenn einer der Madrider Clubs ein Heimspiel hat, ist die Innenstadt voller Fußballbegeisterter. Doch Vorsicht! In ganz Spanien ist es verboten, im freien Alkohol zu trinken. Dies ist lediglich in Bars, Clubs und zu Hause gestattet.v

9. Puerta del Sol

Die Puerta del Sol (Sonnentor) ist der eigentliche Knotenpunkt Madrids. Hier grenzt die enge Altstadt auf die weitläufige Gran Via und Touristen treffen in der kleinen Seitenstraße „Calle de la Montera“ auf die zahlreichen Freudenmädchen, die den potentiellen Kunden nachpfeifen und recht unflätig werden können, wenn man sie ignoriert. Ursprünglich gehörte die Puerta del Sol zu einem Befestigungsring, der die äußeren Stadtteile umfasste, die nicht innerhalb der eigentlichen Stadtmauer lagen. Heute pulsiert hier das Leben Madrids. Bis vor einigen Jahren war der Platz noch halbseitig gesperrt, weil eine neue Linie der Nahverkehrszüge gebaut wurde, nun kann man die Puerta del Sol wieder in ihrer Gänze nutzen. Protestbewegungen wie „Occupy“ oder die Gegner der harten Sozialreformen sammeln sich gerne mit oder ohne behördliche Erlaubnis auf diesem Platz und demonstrieren nach südländischer Manier.

10. Chueca

Wie jede größere Stadt hat auch Madrid eine ansehnliche schwule Szene. Man trifft sich in Chueca, sei es, um einige Copas zum Vorglühen zu trinken (beispielsweise im Nike nahe dem Hauptplatz Plaza de Chueca) oder um in einem der vielen Clubs auf Kirmestechno oder Billigelektrosounds abzutanzen. Kleiner Geheimtipp: Auf der Plaza de Chueca tanzt in den Abendstunden die „Disko-Oma“, eine spargeldünne Frau hohen Alters mit schlohweißem Haar, die für eine kleine Spende auf Diskomusik tanzt und von ihrem nicht minder greisen Freund im Takt angefeuert wird.

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