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Urlaub abseits des Mainstreams: die Top 10 der ungewöhnlichsten Reiseziele

Paris, Mallorca, Berlin – dies sind nur drei der typischen Orte, wo Deutsche ihren Urlaub verbringen. Doch es geht auch anders, denn die Welt hat mehr zu bieten. Wenn Sie im Urlaub auch mal eine andere Sprache als Deutsch hören möchten und eine Portion Abenteuergeist mitbringen, können Sie es ja mal mit den folgenden Reisezielen versuchen, mit denen Sie garantiert auf jeder Party im Mittelpunkt stehen werden.

1. Nordkorea (Ostasien)

Nordkorea, offiziell „Demokratische Volksrepublik Korea“, taucht regelmäßig in den Medien auf. Die Missachtung der Menschenrechte, der hohe Militarisierungsgrad und der Personenkult um den jeweiligen diktatorischen Führer (aktuell Kim Jong-un) sind die häufigsten Themen der Berichterstattung. Die nordkoreanische Führung schottet das Land systematisch von äußeren Einflüssen ab, sodass viele Bereiche wie der Alltag der rund 24 Mio. Einwohner unbeleuchtet bleiben. Ausländischen Journalisten ist es verboten, ohne eine zugewiesene Begleitung einzureisen, es existiert nur das staatliche Fernsehen, die Nutzung von Mobiltelefonen und Internet sind den Nordkoreanern untersagt. Und dennoch sind ausländische Touristen erlaubt – allerdings nur, wenn die Reise über die staatliche (und einzige) Tourismusorganisation „Ryohaengsa“ gebucht wird. Während des Aufenthalts befinden sich die Besucher in ständiger Begleitung von zwei Reiseleitern und bewegen sich durch ein zuvor festgelegtes Programm. Dieses besteht ausschließlich aus Zielen, die das Land in ein positives Licht rücken. Hierzu gehören Prunkbauten wie der Chuch’e-Turm in der Hauptstadt Pjöngjang, die Große Studienhalle des Volkes sowie die Statuen Kim Il-sungs und Kim Jong-ils. Kontakt zu den Einwohnern ist untersagt und auch kritische Äußerungen zur Situation Nordkoreas sollten Sie als Tourist unbedingt vermeiden. Die offizielle Internetpräsenz der Regierung bietet zwar keine objektiven Informationen, allerdings eine interessante Sicht auf die Art der genutzten Propaganda: www.korea-dpr.com.

2. Demokratische Republik Kongo (Zentralafrika)

Der Human Development Index (dt.: Index für menschliche Entwicklung) misst den Wohlstand der Länder der Welt und veröffentlicht jedes Jahr eine Rangliste zur Situation der einzelnen Länder. 2011 war Norwegen das Land mit dem größten Wohlstand – den letzten Platz belegte die Demokratische Republik Kongo in Zentralafrika. In dem zweitgrößten afrikanischen Land, umgangssprachlich auch „Kongo“ genannt, leben rund 71 Mio. Menschen. Das Klima ist aufgrund des Äquators größtenteils tropisch. Touristisch besonders interessant ist das riesige Regenwaldgebiet, das eine unglaubliche Vielfalt an Flora und Fauna bietet. Die Nationalparks, darunter das UNESCO-Weltnaturerbe „Wildtierreservat Okapi“, versuchen, die einzigartige Artenvielfalt zu erhalten. Vor allem die Menschenaffen wie Gorillas, Bonobos und Schimpansen sollen hier vor dem Aussterben bewahrt werden. Und wer einmal die unzähligen Eindrücke einer afrikanischen Großstadt erleben möchte, findet in der Hauptstadt Kinshasa, die knapp 9 Mio. Einwohner beherbergt, den richtigen Fleck. Sehenswert sind hier unter anderem das Nationalmuseum, der Markt „Central Marché Matongé“ und das Gebäude sowie die Gärten der „Académie des Beaux-Arts“. Insgesamt ist der Kongo jedoch kein sicheres Reiseziel: Touristische Infrastruktur existiert kaum und die Unruhen und Kämpfe in mehreren Regionen stellen Risikofaktoren für Touristen dar. Daher sollten sich Interessierte, die das Land bereisen möchten, nur in den als sicher ausgewiesenen Gebieten bewegen.

3. Tasmanien (Südost-Australien)

Jeder kennt ihn, den tasmanischen Teufel „Taz“ aus der Zeichentrickserie „Looney Tunes“. Aber wie sieht es mit seiner Heimat aus? Während sich viele unter dem Kontinent Australien etwas vorstellen können, ist Tasmanien für die meisten ein weißer Fleck auf der Landkarte. Doch die Insel südlich des australischen Festlands mit nur knapp 500.000 Einwohnern hat einiges zu bieten. In der Hauptstadt Hobart liegt der Mount Wellington, von dem aus man einen unvergleichlichen Blick über die Stadt genießen kann. Dort fällt einem gleich der nächste Hotspot auf: der malerische Naturhafen der Stadt. Hier können Sie an den vor Anker liegenden Fischerbooten entlang spazieren gehen und den Blick über das Meer schweifen lassen. Nach einer kleinen Pause können sich Touristen den alten Stadtteil Battery Point ansehen, in dem sich kleine Häuschen an enge Gassen schmiegen. Wer aus der Stadt hinaus möchte, kann sich die großartige Natur Tasmaniens anschauen, beispielsweise im „Lake St. Clair National Park“. Der 1.610 km² große Park ist seit 1982 UNESCO-Weltnaturerbe. Der Besucher weiß sofort, warum: riesige Seen, beeindruckende Wasserfälle und klaffende Schluchten zeichnen diesen Teil Tasmaniens aus. Zahlreiche Wanderpfade wie der Weindorfer Walk oder der Weg zum Gipfel des Mt. Rufus lassen Sie die Natur hautnah erleben.

4. Grönland (Nordamerika)

Auf jeder Weltkarte sticht ein Flecken Erde besonders hervor: Grönland, die mit über 2,1 Mio. km² größte Insel der Welt. Auf diesem imposanten arktischen Eiland leben jedoch aufgrund des subpolaren und polaren Klimas lediglich knapp über 56.000 Menschen, davon etwa 16.000 in der Hauptstadt Nuuk. Wer hierher reist, will weg vom Trubel und der Hektik der Städte. Er will die reine Luft atmen und die strahlende, unberührte Schneelandschaft sehen. Liebt er Natur und Tiere, drängt es ihn vielleicht auch zu einer Hundeschlittentour. Und kein Grönland-Urlauber sollte wieder abreisen, ohne die berühmten Nordlichter zu sehen. Dies sind Lichtreflexe, die man das ganze Jahr über bei Nacht sehen kann – in den verschiedensten Farben leuchtet dann der Nachthimmel auf und lässt den Zuschauer atemlos zurück. Und wenn Sie genug von Natur und Einsamkeit haben, können Sie sich auch an verschiedenen Orten über die Kultur des Landes informieren, beispielsweise im Nationalmuseum in Nuuk oder an den Ruinen der Bratthild-Kirche in Qassiarsik. Ein Touristen-Hotspot Grönlands – wenn man bei einem so abgeschiedenen Land davon sprechen kann – ist Ilulissat, die Geburtsstadt des Polarforschers Knud Johan Rasmussen. Sogar den Weihnachtsmann kann man in Grönland besuchen, nämlich in seinem Haus unweit des Orts Uumannaq. Weitere Informationen finden Sie auf dem offiziellen Tourismus-Portal www.greenland.com/en.

5. Mit den Tuareg durch die Sahara-Wüste (nördliches Afrika)

Heiß und unerbittlich ist die Sahara, und mit 9 Mio. km² die größte Trockenwüste der Welt. Während eines Großteils des Jahres weht der Passat und es fällt fast kein Niederschlag. Obwohl man es kaum für möglich hält, haben sich Menschen mit dieser lebensfeindlichen Umgebung arrangiert. Die wohl berühmtesten Bewohner der Sahara sind die Tuareg, ein Berbervolk, von dem einzelne Gruppen noch immer nomadisch leben. Für das Abenteuer liebende Touristen, die körperliche Strapazen nicht scheuen, gibt es geführte Karawanen mit den Tuareg. Diese werden beispielsweise in Niger oder Algerien angeboten und lassen den mutigen Reisenden am Leben des nomadischen Volks teilhaben. Doch warum sollte man sich tage- oder gar wochenlang quälen, immer die trockene Zunge im Mund spüren und sich von einem Kamel in eintönigem Schaukeln durch die heiße Wüste tragen lassen? Warum sollte man dafür Geld bezahlen, wenn man doch an einem schönen Sandstrand mit angenehmer Brise und einem Cocktail in der Hand seinen Urlaub verbringen könnte? Die Menschen, die solche Reisen unternehmen,wissen es: Es ist die Stille, die Zeit zum Nachdenken, die einen in die Wüste treibt. Statt hektischem Stadtleben erfahren die Reisenden hier, was Überleben wirklich bedeutet und entdecken sich selbst neu. Eine Sahara-Tour ist sicherlich nichts für jedermann, aber wer seine eigenen Grenzen kennenlernen möchte, sollte vielleicht mal über eine Tour mit den Tuareg nachdenken.

6. Bosnien und Herzegowina (Südosteuropa)

Bosnien und Herzegowina, ehemalige Teilrepublik Jugoslawiens, ist ein direktes Nachbarland des beliebten Reiseziels Kroatien, dennoch verirren sich nur wenige deutsche Urlauber hierhin. Zu Unrecht, denn das Land hat einiges zu bieten. Geographisch Interessierte können sich für die drei Landschaftszonen begeistern, die Bosnien und Herzegowina ein facettenreiches Gesicht geben: Das Land besteht aus der adriatischen Küstenregion, der dinarischen Gebirgsregion und der pannonischen Tiefebene. Bosnien und Herzegowina hat nur eine geringe Einwohnerdichte (4,6 Mio. Einwohner auf rund 51.000 km²), daher konnten sich große Waldgebiete mit beeindruckendem Artenreichtum erhalten. Viele der interessanten Areale liegen jedoch in den bewaldeten Gebirgsregionen und sind daher nur schwer zugänglich. Das Land hat allerdings auch zahlreiche kulturelle Sehenswürdigkeiten zu bieten, beispielsweise die UNESCO-Welterbestätten Mostar (Altstadt und Brücke) und die Mehmed-Paša-Sokolović-Brücke in Višegrad. Auch die Hauptstadt Sarajevo, die die meisten Menschen mit negativen Ereignissen wie der Belagerung während des Bosnienkrieges (1992-1995) verbinden, ist einen Besuch wert. Hier befinden sich zahlreiche kulturelle Einrichtungen wie das architektonisch ansprechende Nationaltheater oder die prunkvolle Akademie der Künste. Viele der Gotteshäuser der multireligiösen Stadt, beispielsweise die 1566 erbaute Kaisermoschee, sind ebenfalls sehenswert.

7. Katar (Vorderasien)

Nur einige geographisch Interessierte haben das Emirat Katar bisher auf der Landkarte entdeckt: Der islamisch geprägte Kleinstaat liegt am Persischen Golf und grenzt im Süden an Saudi-Arabien. Wem eine Sahara-Reise mit den Tuareg vielleicht eine Nummer zu abenteuerlich ist, dem könnte der nur etwas über 11.000 km² große Ölförderstaat eventuell gefallen. Auch hier ist es trocken und heiß, allerdings herrscht aufgrund des Meeres eine hohe Luftfeuchtigkeit. Doch trotz der Hitze und der kargen Flora und Fauna können auch kulturell Interessierte in Katar einiges entdecken. Da die Bevölkerungszahl des Landes in den letzten 50 Jahren explosionsartig von 60.000 auf 1,7 Mio. gestiegen ist, wuchs vor allem die Hauptstadt Doha rasant und ist mit ihren modernen Gebäuden ein lohnenswertes Ziel für Touristen. Die architektonisch interessante „Qatar National Library“ ist ebenso sehenswert wie das im ehemaligen Königspalast untergebrachte Nationalmuseum und das beeindruckende Museum der Islamischen Künste. Die Gestein- und Sandwüsten Katars sind ebenso eine Reise wert, wenn auch ohne ortskundigen Führer lebensgefährlich. In Begleitung können Sie den Blick jedoch ohne Sorgen in die Ferne schweifen lassen und die raue Schönheit der Landschaft genießen. Gerade die Wüstentouren lohnen sich am meisten in den Wintermonaten, wenn die Temperaturen auf relativ moderate Werte von knapp über 20°C fallen.

8. Bhutan (Südasien)

Das kleine Königreich Bhutan mit seinen etwas über 700.000 Einwohnern liegt zwischen Indien und China und wird nur selten von deutschen Touristen bereist. Dies liegt neben der geringen Bekanntheit des Landes in Europa sicherlich auch an den strengen touristischen Reglementierungen der Regierung: Besucher können eine Reisebuchung ausschließlich über eines der registrierten Reiseunternehmen des Landes oder eine seiner Auslandsvertretungen vornehmen. Zusätzlich müssen Sie ein Visum besitzen, das vom Reiseveranstalter ausgestellt wurde und nur für geführte Reisen genehmigt wird. Das Visum muss außerdem 60 Tage vor der Einreise eingereicht werden. Wenn Sie diese Hürden überwunden haben, erwarten sie eine atemberaubende Landschaft und zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Trekkingtouren ermöglichen es dem Reisenden, die vom Himalaya dominierte Landesstruktur zu erforschen. Die Regierung setzt hierbei auf sanften Tourismus, um die Umwelt zu schützen. Da der Buddhismus im Land eine sehr große Rolle spielt, können zudem zahlreiche religiöse Bauten besichtigt werden. Besonders sehenswert sind die einzigartigen Klosteranlagen Taksang, Tango und Cheri.

9. Aserbaidschan (Vorderasien)

Vor dem Eurovision Song Contest im Jahre 2012 war das kleine Land am kaspischen Meer touristisch relativ unentdeckt. Doch mit der Großveranstaltung kam auch die Bekanntheit und mit ihr die Reisenden. Vor allem die Hauptstadt Baku mit ihren rund 2 Mio. Einwohnern ist ins Zentrum des Interesses gerückt und begeistert Touristen aus der ganzen Welt. Der ummauerte Teil der Stadt wurde im Jahre 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt und bietet viel Entdeckenswertes wie beispielsweise den sagenumwobenen Jungfrauenturm, die alten Badehäuser oder die Karawanserei. Doch auch außerhalb der Hauptstadt finden kulturell Interessierte viele Sehenswürdigkeiten: So sind die Fundstätten der Felszeichnungen von Gobustan ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt worden. Darüber hinaus finden sich auf der Halbinsel Abscheron beeindruckende Burgen, die im 14. Jahrhundert zur Abwehr von Angriffen aus dem Meer errichtet wurden. Auch Naturfreunde kommen in Aserbaidschan nicht zu kurz, denn in den Naturschutzgebieten des Landes lässt sich die interessante Vegetation des Landes erforschen. Das größte Naturschutzgebiet Aserbaidschans ist mit über 88.000 Hektar Qızılağac, in dem mit etwas Glück zahlreiche bedrohte Arten wie die Weißkopf-Ruderente in freier Wildbahn beobachtet werden können.

10. Belize (Mittelamerika)

Mexiko, Honduras, vielleicht noch Panama. So heißen die touristischen Ziele Mittelamerikas. Aber Belize? Der kleine Staat hat nur knapp 23.000 km² Fläche und etwa 308.000 Einwohner und ist im internationalen Tourismus kaum bekannt. Dabei muss sich das kleine, an Mexiko grenzende Land wirklich nicht verstecken. Vor allem für Taucher ist Belize ein kleines Juwel, denn vor seiner Küste befindet sich das „Barrier Reef“, das zweitgrößte Korallenriff der Erde. Nicht zu verwechseln mit dem australischen „Great Barrier Reef“, beherbergt es hunderte Fischarten und natürlich unterschiedlichste Korallenarten in schillernden Farben. Ein touristischer Höhepunkt des „Barrier Reef“ ist das sogenannte „Great Blue Hole“. Aus der Luft betrachtet sieht es aus wie ein kreisrunder, tiefblauer Fleck mitten im Meer. Das Naturphänomen entstand, als eine Höhle einstürzte und der ansteigende Meeresspiegel diese Ruine flutete. Seit 2009 wird das Tauchparadies, das 300 m Durchmesser aufweist, auf der UNESCO-Liste der gefährdeten Weltnaturerbe geführt. Insgesamt sind die touristischen Hotspots größtenteils in der unberührten Landschaft des Landes angesiedelt. Ein großer Stolz des Landes ist übrigens das „Cocksomb Basin Wildlife Preserve“, das einzige Jaguarreservat der Welt. Die offizielle Internetseit für Touristen finden Sie unter www.travelbelize.org.

Urlaub abseits des Mainstreams: die Top 10 der ungewöhnlichsten Reiseziele
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