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Sanfter Tourismus: eine nachhaltige Reise planen

Es scheint so, als würde das Bedürfnis nachhaltig zu reisen, in Deutschland immer mehr an Wert gewinnen. In der Vergangenheit haben wir ja bereits schon des Öfteren, wenn auch nur kurz, über Nachhaltigkeit bei Reisen gesprochen. Deshalb wollen wir Ihnen an dieser Stelle einen etwas ausführlicheren Überblick über das geben, was es alles zu beachten gilt, wenn der nächste Urlaub wirklich nachhaltig werden soll. Es beginnt bereits bei der Planung und dem Aussuchen des Reiseziels und führt dann über das Packen, bis hin zum eigenen Verhalten an der vor Ort. Auf diese Dinge sollten Sie achten, wenn Sie nachhaltig verreisen wollen.

Nachhaltigkeit bei der Wahl des Urlaubsziels

Wer nachhaltig reisen möchte, sollte seine Destination so nah wie möglich wählen. Als Faustregel gilt nämlich: Je weiter das Ziel vom eigenen Zuhause entfernt ist, desto größer wird die Umwelt durch die Reise belastet. Sie müssen doch nicht immer in die Ferne schweifen, um das Bestmögliche aus Ihrem Urlaub herauszuholen. Entweder gehen Sie auf Erkundungstour in Deutschland oder, wenn Sie nicht auf andere Kulturen verzichten können und möchten, schauen Sie sich doch einfach mal bei unseren Nachbarn um.

Im besten Fall wird in diesem Land genauso viel Wert auf Nachhaltigkeit gelegt, wie in Deutschland. Vor allem die Niederlande nehmen, was den Umweltschutz und Nachhaltigkeit angeht, eine gewisse Vorreiterrolle ein.

Noch nachhaltiger wäre es, wenn Sie statt eines Hotels mit einer Unterkunft im Ferienhaus Holland bereisen. Dabei versorgen Sie sich selbst und können dafür sorgen, dass Sie nur regionale und saisonale Lebensmittel verwenden. Zudem kann Sie sicherstellen, dass so wenig wie möglich weggeworfen wird.

Daneben wohnen Sie in einem Ferienhaus deutlich flexibler als in einem Hotel. Sie müssen sich an keine Sperrzeiten halten und außerdem können Sie das Frühstück servieren, wann Sie möchten und nicht, dann wenn irgendein Hotel das vorgibt.

Zug und Bus statt Flugzeug

Wenn Sie sich dazu entschließen eine Urlaubsreise zu machen, die sie etwas weiter wegführt, versuchen Sie die Wege möglichst mit Bus und Bahn zurückzulegen. So reist man am nachhaltigsten und stößt nur wenig CO2 aus. Das Fliegen gilt mittlerweile als einer der ganz großen „Klimakiller“. Im Jahr 2018 haben kommerzielle Flugzeuge insgesamt 918 Millionen Tonnen des Treibhausgases ausgestoßen. Das entspricht etwa 2,5 Prozent der gesamten CO2-Emissionen der Welt.

Zur Veranschaulichung: Ein Flugzeug stößt pro Person pro Kilometer etwa 211 Gramm CO2 aus. Im Vergleich ist eine Reise mit dem Auto schon deutlich umweltfreundlicher. Hier werden pro Personenkilometer rund 142 Gramm in die Luft abgegeben.

Am besten schneiden im Vergleich jedoch Bus und Bahn ab. Das Reisen mit der Bahn stößt nur 41 Gramm Kohlendioxid pro Person pro Kilometer aus, beim Bus sind es sogar nur 32 Gramm.

Sollten Sie generell nicht auf das Flugzeug bei der Reise verzichten können, könnten Sie sich eine andere Möglichkeit suchen, um die Umwelt zu entlasten. Verschiedene Fluganbieter bieten hierzu spezielle Kompensationszahlungen an.

Generell ist es wichtig, dass die Fluglänge und die Dauer des Aufenthalts verhältnismäßig ausfallen. Eine Flugreise um die halbe Welt bei einem Aufenthalt von zwei Tagen ist wenig sinnvoll. In solch einem Fall sollte man sich schon mindestens drei Wochen in dem Land aufhalten. Zudem wird der Erholungseffekt durch einen längeren Aufenthalt besser.

Leichtes Gepäck

Auch das Gewicht des Gepäcks spielt eine große Rolle beim Thema Nachhaltigkeit. Wer nur wenig einpackt, sorgt dafür, dass weniger CO2 ausgestoßen wird. Denn jedes Gramm mehr, das transportiert werden muss, erfordert folglich mehr Energie. Das führt wiederum zu höheren Emissionen von Treibhausgas.

Oft packen Urlauber mehr ein, als sie eigentlich benötigen. Beim packen sollten Sie unbedingt die Zeit des Aufenthalts bedenken sowie das Klima an der Urlaubsdestination. Es macht beispielsweise wenig Sinn, wenn Sie zum Strandurlaub eine Winterjacke mitbringen. Versuchen Sie also unnötigen Ballast zu vermeiden, indem Sie klug packen und bei jedem Kleidungsstück hinterfragen, ob Sie es für die Zeit des Urlaubs wirklich brauchen.

Gleiches gilt für die Kosmetikprodukte. Hier ist man ohnehin etwas eingeschränkt, zumindest wenn Sie vorhaben nur mit Handgepäck zu reisen. Am besten füllen Sie sich in kleine Dosen und Flaschen ab, was Sie brauchen. Alternativ kann man sich in der Drogerie nach kleinen Reisekosmetika umschauen. Dabei sollten Sie auch überdenken, ob Sie wirklich Shampoo, Duschgel, Haarkur, etc. einpacken oder es nicht klüger ist, ein Kombi-Produkt einzupacken, mit dem Sie duschen und die Haare waschen können.

Papierkram vermeiden

Digitalisierung sei Dank können wir heutzutage sehr häufig auf unnötige Papiere und Ausdrucke verzichten. Die Reise selbst wird zu 100 Prozent digital gebucht. Das bedeutet, dass Sie das Zugticket, die Unterkunft und was sonst noch dazugehört im Internet buchen und danach nicht ausdrucke, sondern digitale Tickets nutzten. Will man sich vor Ort fortbewegen, werden die öffentlichen Verkehrsmittel genutzt. In den meisten Städten gibt es die passenden Tickets ebenfalls digital.

Auf Reiseführer und Karten können Sie ebenfalls getrost verzichten, denn mit Ihrem Smartphone haben Sie im Prinzip alles dabei, was Sie brauchen. Die Gefahr dabei besteht allerdings darin, dass irgendwann der Akku schlapp macht. Deshalb sollten Sie stets darauf achten, dass Ihr Handy geladen ist und Sie möglicherweise noch eine Powerbank mit im Gepäck haben.

Bild: unsplash.com, © Resi Kling

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